DAS RECHNET SICH!


Vor fast 13 Jahren war dieser Titel Programm und sorgte für eine riesige Nachfrage nach der Broschüre. Vor allem Klein- und mittelständische Betriebe haben sie genutzt. Gedruckte Exemplare gibt’s nicht mehr. Weil die Broschüre vom inhaltlichen Ansatz immer noch aktuell und gefragt ist, stellen wir sie Ihnen als PDF Dokument zur Verfügung. Bitte beachten Sie: drei Beiträge mit Adressen und Hinweisen auf Gesetze und Behörden haben wir weggelassen. Sie sind nicht mehr aktuell.

Statt eines Vorwortes:

Was Sie schon immer über Behinderte wissen wollten, aber sich nie zu fragen trauten

Hand auf´s Herz: Wenn Sie das Wort “behindert” hören, denken Sie an Rollstuhl, nicht laufen können, langsam sein, es irgendwie nicht bringen. Und im Zusammenhang mit “Einstellung” spuken Worte wie unkündbar, dauernd krank, nicht voll leistungsfähig in Ihrem Kopf herum. Wir können Ihnen versichern: wenn Sie dies denken, ist das völlig normal und entspricht einem weit verbreiteten Bild von “Behinderung” in unserer Gesellschaft. Jedoch, und auch das müssen wir sagen, ist dieses Bild nicht zutreffend, denn “den Behinderten” oder “die Behinderte” gibt es überhaupt nicht. Der Begriff “Behinderung” ist ein vorwiegend sozialrechtliches Konstrukt und findet zunächst auf rund 6,6 Millionen Menschen Anwendung, die im Besitz eines Schwerbehindertenausweises sind. Hinzu kommen noch die Personen, die keinen Ausweis beantragt haben, so dass man mit rund 10 Prozent “Behinderten” in einer Gesellschaft rechnet. Erkennen kann man diese Gruppe aber nur schwer an äußeren Merkmalen, denn die Hälfte von ihnen ist über 65 Jahre alt und nur rund 500.000 Menschen (was 0,5 Prozent entspricht) nutzen etwa einen Rollstuhl zur Fortbewegung. Meistens ist “Behinderung” unsichtbar, denn viele Menschen haben Beeinträchtigungen innerer Organe oder Organsysteme, beziehungsweise der Wirbelsäule. Zu rund 86 Prozent wird “Behinderung” nach einer Krankheit erworben.

Personen, die man als “behindert” bezeichnet, sind also auch im Bereich des Arbeitslebens sehr gemischt zusammengesetzt. Die pauschalen Aussagen zu Krankheiten oder Fehlzeiten sind deswegen so nicht haltbar. Es gibt im Gegenteil viel eher den Trend, dass behinderte Menschen oftmals sehr motiviert im Arbeitsleben sind – gerade weil ihnen sehr wenig zugetraut wird. Natürlich, und es wäre fatal, dies zu verschweigen, gibt es auch bei behinderten Menschen solche, die keinen Bock auf Arbeit haben, ihre Aufgaben nachlässig erledigen oder häufig krank sind. Behinderte sind auch nicht die besseren Menschen, sondern schlicht und einfach “ganz normal” und haben deshalb auch einen Anspruch auf ganz normalen Umgang

Wir halten daher zwei Dinge für wesentlich: Das Prinzip der Selbstbestimmung und das “Peer Counseling”, das heißt der Beratung Betroffener durch Betroffene. Auf dieser Basis sind z.B. fast 30 Zentren für Selbstbestimmtes Leben (ZSLs) organisiert, die alle nach diesen Prinzipien arbeiten und andere Behinderte oder auch Unternehmen beraten. Sie sind gleichzeitig auch Arbeitgeber, denn in ihren Verbänden und Betrieben beschäftigen sie fast ausnahmslos behindertes Personal.
Wir kennen viele Broschüren, die sich an die Unternehmen richten und es wird darin – oft moralisch unterlegt – appelliert, Behinderte einzustellen. Wir sind der Ansicht, dass in diesen Broschüren oft an den Bedürfnissen der Betriebe vorbei argumentiert wird und dass auch hier eigentlich der Ansatz des “Peer Counseling” richtiger wäre: Unternehmen beraten Unternehmen.

In diesem Sinne haben wir gemeinsam mit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. diesen Leitfaden erstellt, der sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) wendet und Ihnen ein ungeschminktes Bild der Beschäftigung behinderter Menschen vermitteln soll. Die seit mehr als einem Jahrzehnt anhaltende Nachfrage nach dieser Broschüre zeigt, dass wir mit diesem Ansatz richtig liegen.

Hier finden Sie die komplette Broschüre als PDF Dokument. Zum Anzeigen brauchen Sie den Adobe Acrobat Reader. Sie können das Dokument online lesen oder es auf Ihren PC herunter laden.

Das_Rechnet_sich